Medien als Schl├╝sselkompetenz

Einleitung  

Medienkompetenz ist ein häufig verwendeter und zugleich komplexer Begriff. Das Ziel der medienpädagogischen Arbeit ist es, die Medienkompetenz zu fördern. An dieser Stelle wird der Begriff definiert und dadurch für die Praxis handhabbar gemacht.

Die Geschichte vom Team INOVA dient ihnen als Beispiel

Definition Medienkompetenz  

Es gibt viele Definitionen von Medienkompetenz. Besonders hervorgehoben wird in der Literatur die Definition von Diethelm Baacke. Er hat in den Neunzigerjahren den Begriff in vier Kompetenzbereiche gegliedert (Dieter Baacke (1997): Medienpädagogik. Tübingen)

  • Medienkritik - analytisch, reflexiv, ethisch
  • Medienkunde - informativ, instrumentell, qualifikatorisch
  • Mediennutzung - rezeptiv, anwendend, interaktiv, anbietend
  • Mediengestaltung - innovativ, kreativ

Baackes Definition bildet die Grundlage der Begriffsdefinition wie sie «Jugend und Medien Schweiz» verwendet.



Es werden vier Teilkompetenzen definiert:

  • Die technische Kompetenz
  • Die Nutzungskompetenz
  • Die Rezeptions- und Reflexionskompetenz
  • Die soziale Kompetenz 

Wie bei der Definition von Baackes bildet erst die Summe der Teilbereiche die Medienkompetenz ab.
 
Im Folgenden werden die Teilbereiche näher erläutert. Dabei werden die Ausführungen von Heinz Moser (Moser, Heinz (1999): Einführung in die Medienpädagogik. Aufwachsen im Medienzeitalter. Opladen) als Grundlage einbezogen.
 

Damit sind alle Kompetenzen gemeint, welche es zur technischen Bedienung der digitalen Medien braucht:
  • Einfache Wartungs- und Installierungsarbeiten an Mediengeräten vornehmen.
  • Grundfunktionen von elektronischen Geräten und Userkompetenzen ausführen.
  • In einfachen Programmier- und Navigierschemen denken.
  • Fachausdrücke verstehen.
Dabei geht es um die Kompetenz, digitale Medien vielfältig einsetzen zu können:
  • Offenheit und Neugier für die Angebote der neuen Medien als Teil der zeitgenössischen Alltagskultur, ohne sich diese jedoch unkritisch und euphorisch anzueignen.
  • Entwicklung von Orientierungskompetenz in einer Welt der überquellenden Informationen.
  • Multikulturelle Kompetenz, sich in verschiedenen Sphären eines globalisierten Raumes zu bewegen.
  • Kreativ und gestaltend mit den neuen Formen der Medienkommunikation umgehen.
Hier geht es um Kompetenzen zum kritischen, reflektierten Umgang:
  • Kritische Beurteilung einzelner Medien und der Medienentwicklung.
  • Die Fähigkeit, die eigene Mediennutzung einzuschätzen.
  • Über Kriterien zu verfügen, um Medieninformationen auf ihre Stichhaltigkeit und Relevanz hin zu beurteilen.
Kompetenzen für einen gelingenden, sozialen Umgang mit digitalen Medien:
  • Sich kompetent im Rahmen mediatisierter Beziehungsformen und Kommunikationsmuster zu verhalten.
  • Sich in einem Mix von realen und virtuellen Beziehungsanteilen zurechtzufinden.
  • Sich auf neue Formen der Arbeitsorganisation und -inhalte im Rahmen der Informationsgesellschaft einzustellen.

Der Begriff Medienkompetenz kann natürlich sehr viel vertiefter bearbeitet werden. In der Beschreibung des Forschungsprojekts von Daniel Süss et.al. zum Thema: «Medienkompetenz in der Informationsgesellschaft: Selbsteinschätzungen und Ansprüche von Kindern, Eltern und Lehrpersonen im Vergleich», findet sich eine umfassende Zusammenstellung des Begriffs.

Folgerungen für die Sozialpädagogik  

Folgende Themen und Fragen sollen besprochen respektive geklärt werden:

Team und Leitung

  1. Der Begriff "Medienkompetenz" ist im Team eingeführt. Alle im sozialpädagogischen Team verstehen unter dem Begriff "Medienkompetenz" das Gleiche.
  2. Eine Standortbestimmung im Team über die eigene Medienkompetenz ist erfolgt (Austausch, Fragebogen) – ein allfälliger Weiterbildungsbedarf ist erkannt.

 
Klientinnen und Klienten

  1. Eine Standortbestimmung bezüglich der Medienkompetenz der Klientinnen und Klienten ist erfolgt. (Gespräch: Fragebogen, Beobachtungen, Kooperation mit der Schule…).
  2. Die einzelnen Kompetenzbereiche werden medienpädagogisch gefördert (im medienpädagogischen Konzept ist definiert wer, wann und wie an den einzelnen Kompetenzen gearbeitet wird).


Eltern/System 

  1. Eine Standortbestimmung bezüglich der Medienkompetenz der Eltern ist erfolgt.
  2. Der allfällige Handlungsbedarf ist erkannt. Es besteht ein Konzept, das aufzeigt, wie das Thema weiterbearbeitet wird (regelmässige Gespräche, Verträge, Infoabende…).