Medien- und Institutionskultur

Einleitung  

Medienpädagogische Arbeit im sozialpädagogischen Alltag setzt eine gelebte, positive Medienkultur voraus. Sozialpädagogische Teams haben eine Vorbildfunktion im Umgang mit digitalen Medien im Alltag, Institutionsleitungen zeigen mit ihren Webauftritten ihre Haltung bezüglich der Thematik. Kreative medienpädagogische Arbeit ermöglicht eine Fülle von positiven Erfahrungen.

Die Geschichte von Frau Fit dient ihnen als Beispiel

Definitionen der Begriffe  

Kultur
"Der Begriff Kultur entstammt dem lateinischen Wort ‚colere‘ und bedeutet so viel wie bebauen, bestellen, pflegen. Jede Kultur hat ihre Besonderheiten und ihre eigenen, für sie typischen Orientierungen. Diese prägen die Angehörigen einer Kultur und formen deren Identität.

Diese Orientierungen beeinflussen das Wahrnehmen, Denken, Werten und Handeln aller ihrer Mitglieder und definieren ihre Zugehörigkeit zur Gesellschaft."

Grundsätzliches
"Es ist wichtig sich bewusst zu sein: Es gibt keinen allgemeinen Kulturbegriff. Was unter Kultur verstanden wird, muss in den unterschiedlichen Kontexten geklärt und erarbeitet werden. Begriffe von Kultur bestimmen den Umgang mit dem, was als kulturbedingt beschrieben wird. Eine Reflexion der eigenen Deutung von Kultur ist damit eine wichtige Arbeitsgrundlage. Sie dient der Klärung der eigenen Auffassungen und Positionen und ermöglicht eine kritische Auseinandersetzung. Die Beschreibung von Kultur ist immer an einen gesellschaftlichen Kontext zu einer bestimmten Zeit gebunden, also historisch bedingt und an Interessen geknüpft. Es muss zwischen Kultur und ihrer Allgemeinheit und Teilkulturen unterschieden werden. Kultur wird von uns als ein System von Konzepten und Werteorientierungen verstanden, mit dem gesellschaftliche Gruppen auf strukturell bedingte Anforderungen reagieren. Kultur wird von Menschen geschaffen und Menschen werden von Kultur geprägt. Es sind dem Wandel unterliegende Orientierungssysteme. Es begegnen sich niemals Kulturen, sondern immer Menschen. Menschen können nicht auf kulturspezifische Merkmale reduziert werden. Kultur ist veränderbar, ist also nicht statisch oder in sich abgeschlossen, sondern ein Prozess."

Anlässlich der Weltkonferenz mondicult von 1982 gelang es, eine gemeinsame Begriffsdefinition aller Mitgliedsländer von Kultur zu verabschieden:
"...die Konferenz ist dahingehend übereingekommen, dass die Kultur in ihrer umfassendsten Bedeutung heute als Gesamtheit der geistigen und materiellen, der verstandes- und gefühlsmässig unterschiedlichen Merkmale, die eine Gesellschaft oder eine soziale Gruppe kennzeichnen, angesehen werden kann. Sie umfasst neben den Künsten und Literatur die Lebensweisen, die Grundrechte des Menschen, die Wertsysteme, die Traditionen und Überzeugungen."

Gary Ferraro, ein Kommunikationswissenschaftler definiert Kultur folgendermassen: "Everything that people have, think and do as members of a Society." Das bedeutet drei Hauptkomponenten:

  • Materielle Werte
  • Ideen (Wissen, Werte und Haltungen)
  • Verhaltensmuster

Quellen
Broszinsky-Schwabe, Edith (2011) Interkulturelle Kommunikation. VS Verlag für Sozialwissenschaften GmbH. Wiesbaden
Handschuck, Sabine. Klawe, Willy (2004) Interkulturelle Verständigung in der Sozialen Arbeit: Ein Erfahrungs-, Lern- und Übungsprogramm zum Erwerb interkultureller Kompetenz. Juventa Verlag, Weinheim und München.
Lehrer/innenfortbildungsserver (2008): http://lehrerfortbildung-bw.de/bs/bsa/bgym/lehrgang/definition/

Medienkultur  

Ist ein Begriff, der sich auf den komplexen Zusammenhang von Kultur und den Medien bezieht, in denen sie sich vollzieht.  
 
"Digitale Medien verändern die Welt und unterliegen selbst einer ständigen, rasanten Entwicklung. Nur wer gelernt hat mit diesem Wandel zu leben, wird die Zukunft mitgestalten und sich in ihr einrichten können. Auch in beruflicher Hinsicht."

Medienkultur in der Sozialpädagogik  

Der Begriff der Medienkultur ist im sozialpädagogischen Kontext kaum näher betrachtet und definiert worden. In Anlehnung an die oben genannten Begriffsdefinitionen geht es um die Frage, wie digitale Medien gestaltend in den sozialpädagogischen Alltag einfliessen und wie sie diese die Alltagskultur prägen.

Folgende Handlungsfelder sind dabei von Bedeutung:

Medien und Administration
Vorgelebte, administrative, digitale Struktur (Dokumentation, Archiv, Berichte etc.).

Medien und Kommunikation
Webauftritt der Institution
Interne und externe Kommunikation/Partizipation/Vernetzung
Kommunikation mit den Klientinnen und Klienten und ihren Systemen
 
Medien und Pädagogik
Gefässe zur Gestaltung respektive zur Nutzung des kreativen Potenzials digitaler Medien (Gruppennachmittage, Projekte, Ideenwerkstätte, Feste…)

Die Geschichte von Lukas, Simon und Arsalan dient ihnen als Beispiel

Kreative Medienpädagogik - eine Ideensammlung   

Fachartikel und weitere Informationen

die ICT Bildungslandschaft - Fachartikel aus der Sonntagszeitung
Die ICT Branche verzeichnet in den letzten 2 Jahren ein Beschäftigungswachstum von 12 %. Ob in der Grundbildung oder in der Tertiärstufe, in der Informations- und Kommunikationstechnologie bieten sich etliche Chancen auf einen Einstieg in die Berufswelt. Eine Übersicht aus der Sonntagszeitung vom 12. Dezember 2015 zeigt die ICT Bildungslandschaft auf.

99 Ideen zur Nutzung des Computers im Unterricht (Quelle: unterrichtsideen.ch)
Dieses Wiki ist eine Gemeinschaftsproduktion der Kantonsschule Baden und der PH Bern. Sie bietet einfache und erprobte Ideen, wie Lehrpersonen den Computer im Unterricht einsetzen können. Es werden nur kostenlose, webbasierte Werkzeuge vorgestellt.

Jugend und Medien – das Informationsportal zur Förderung von Medienkompetenzen
Kinder schützen heisst, sie auch in der digitalen Welt zu begleiten. Auf diesem Informationsportal erhalten Eltern, Lehr- und Betreuungspersonen Antworten, wie sie die Heranwachsenden im Medienalltag kompetent begleiten können – hin zu einer sicheren und altersgerechten Mediennutzung.

Learnlernappsing Apps
LearningApps.org ist eine Web 2.0-Anwendung zur Unterstützung von Lern- und Lehrprozessen mit kleinen interaktiven Bausteinen. Bestehende Bausteine können direkt in Lerninhalte eingebunden, aber auch von den Nutzenden selbst online erstellt oder verändert werden. Ziel ist es, wiederverwendbare Bausteine zu sammeln und öffentlich zur Verfügung zu stellen.

Lernkarten
Auf der Onlinelernplattform card2brain.ch haben Lernende die Möglichkeit, eigene Lernkarten einfach zu erstellen und spielerisch zu lernen. card2brain.ch ist kostenlos und für alle frei zugänglich.

Deutscher Bildungsserver
Viele Ideen und Projektbeispiele
 
Clixmix
Ein Pool voller Ideen
 
Creaclic
Beispiele für kreative Videoprojekte
 
Kreative Medienbildung
Informationen zu kreativer Medienbildung - auch zu inklusiver Medienpädagogik (für Menschen mit Beeinträchtigungen).

Medienfalle Basel
Kreative medienpädagogische Arbeit an Schulen
 
Filme machen. Filmpraktische Tipps- junge Filmszene 

Folgerungen für die Sozialpädagogik  

Die positive Medienkultur wird in der Institution wahrnehmbar im Sinne einer Vorbildfunktion gelebt.
Diese Handlungsfelder werden bearbeitet und konkretisiert:

  • Medien und Administration
  • Medien und Kommunikation
  • Medien und Pädagogik
 
Wichtig ist, dass die Nutzung der digitalen Medien dem jeweiligen Arbeitsfeld angepasst wird. Aspekte wie die Grösse der Institution, die Zielgruppe, der Auftrag etc. spielen dabei eine Rolle.

Ziel ist in jedem Fall die Entwicklung einer positiven Medienkultur.

Folgende Grafik zeigt die verschiedenen Haltungstypen:
   

Literaturtipp 

Biermann Ralf, Fromme Johannes, Verständig Dan (2014): Partizipative Medienkulturen. Springerverlag.
Das Buch verdeutlicht, dass die Form der gelebten Medienkultur eng mit der Möglichkeit der Partizipation verbunden ist.